Die Maya Mythologie

POPUL VUH 

Die Maya Mythologie

Zur Mythologie der Maya gehört das Universum mit seiner Unterwelt. Im heiligen Buch der Maya, dem Popul Vuh wird die Entstehung von Sonne und Mond beschrieben.

Die Maya und das Popul Vuh

Neben ihrer reichen Kultur und ihren Fähigkeiten in der Mathematik, Astronomie und dem Kalenderwesen griffen die Maya auch auf eine tiefe Mythologie zurück. Sie wird von verschiedenen Göttern bevölkert und umfasst mehrere Ebenen. Wichtig ist dazu das Popol Vuh oder auch Poopol Wuui geschrieben, das heilige Buch der Maya, in dem es detaillierte Beschreibungen der Unterwelt Xibalba gibt.

Das Universum der Maya

Im Glauben der Maya besteht das Universum aus drei Ebenen:

  1. Die neunschichtige Unterwelt (Xibalba).
  2. Die von den Menschen bewohnte mittlere Welt.
  3. Die himmlische Welt.

Die drei Ebenen verbindet der Weltenbaum (Wacah Chan). Er ist die Verbindung zwischen der natürlichen und der übernatürlichen Welt.

Xibalba

Aus der Maya Sprache übersetzt bedeutet Xibalba „Ort der Angst“. Wie bereits erwähnt ist Xibalba in der Mythologie der Maya die neunstufige Unterwelt und damit die unterste Stufe im dreigliedrigen Kosmos. In Xibalba müssen die Verstorbenen so lange verweilen, bis sie nach erfolgreich bestandenen Prüfungen und Kämpfen diesen Ort wieder verlassen dürfen. Es heißt, dass Selbstmörder, Geopferte und im Kindbett verstorbene Frauen direkt zu den Göttern aufstiegen. Xibalba kann also nicht mit der Vorstellung der Hölle im Christentum verglichen werden. Beispielsweise besiegten die jungen Heldenbrüder Hunahpu und Xbalanque in Xibalba die Götter in einem Ballspiel und stiegen in den Himmel auf. Der Eingang zu Xibalba waren nach der Vorstellung der Maya Höhlen. So wurde in vielen Höhlen auf Yucantan Reste von Opfergaben gefunden.

Das Popul Vuh

Das Popol Vuh („Ratsbuch“) ist das heilige Buch der Quiche-Maya in Zentralamerika. In ihm wird die Historie und Mythologie der Maya beschrieben. Wir finden darin einen detaillierten Bericht der Unterwelt Xibalba. Das Popul Vuh ist eine spanische Kopie des nicht mehr erhaltenen Textes. Die Spanier sahen die Schriften der Maya als „Teufelswerk“ und sorgten dafür, dass alles vernichtet wurde, dessen sie habbar wurden. Einige Priester der Maya konnten aber Abschriften herstellen, wobei sie die lateinische Schrift verwandten. Der spanische Dominikaner-Priester Francisco Ximenez fertigte eine weitere Abschrift und eine Übersetzung ins Spanische an. So „überlebte“ das Popul Vuh. Die Abschrift von Francisco Ximenez befindet sich in der Newberry Library in Chicago. Diese Abschrift enthält einige Übersetzungsfehler.

Mythologie von Sonne und Mond der Maya

Die im Popol Vuh berichtete Geschichte handelt von zwei jungen Männern, 1 Hunahpu und 7 Hunahpu, die gegen die Herrscher der Unterwelt eine Reihe von Prüfungen zu absolvieren haben. Einer der Prüfungen ist ein Ballspiel, bei dem sie verlieren. Dabei schwängert aber 1 Hunahpu eine Tochter eines der Herren der Unterwelt. Diese wird auf die Erde verbannt und bekommt dort Zwillinge, Hunahpu und Xbalanque genannt. Auch diese beiden treten beim Ballspiel in der Unterwelt an, gewinnen aber das Spiel und werden als Sonne und Mond an den Himmel versetzt (s.o.).

Opferriten der Maya

Alle präkolumbischen Völker hatten ihre Opferriten. Vielfach gab es Menschenopfer, aber auch Tiere wurden geopfert. Der bei den Maya als heilig empfundene Jaguar wurde ebenso rituell getötet wie Hunde oder Truthähne. Kalenderfeiern, Krönungen, Einweihungen wichtiger Bauwerke wurden von Opfern begleitet. Die Maya kannten auch Selbstopfer. Dabei fügten die Beteiligten sich selber blutige Wunden zu, indem sie mit Dornen besetzte Stricke durch ihre Zunge zogen.

Die Götter der Maya

Folgende Liste zählt einige der wichtigen Gottheiten auf, ist aber nicht vollständig:

  • Chac: Gott des Regens, der Fruchtbarkeit und der Blitze. Hat eine typisch gebogene Nase.
  • Itzamna: Der übergeordnete Himmelsgott. Wird meist als alter Mann mit Hakennase dargestellt. Ix-Chel ist seine Gemahlin.
  • Ix-Chel: Mondgöttin, Göttin der Medizin, des Webens und der Geburt. Itzamna ist ihr Gemahl.
  • Kinich Ahau: Sonnengott, Gott des Lichtes.
  • Kulkulcan: Erscheint als Herr der Winde, der Medizin und der Künste. Bei den Azteken auch als Quetzalcoatl.
  • Yum Xac: Der Maisgott, hat einen sehr alten Ursprung und wird gern als junger Mann mit einer Maispflanze auf dem Kopf gezeigt.