Maya Kalender

 

Maya Kalender

Maya Kalender (Haab, Tzolkin, Lange Zählung), seine Berechnung 2012 bis 2015 im Zwanzigersystem. Prophezeiungen und Astrologie zum Ende des Mayakalender.

Maya Kalender: Zwanzigersystem

Das faszinierende Volk der Maya hatte ein Kalendersystem entwickelt, welches sich an den astronomischen und astrologischen Konstellationen ausrichtet. Der Mayakalender und die Maya Zahlen basieren dabei auf dem Zwanzigersystem (Vigesimalsystem), was in den meisten mesoamerikanischen Kulturen angewendet wurde und sich höchstwahrscheinlich darauf zurückführen lässt, dass beim Zählen die zehn Finger und die zehn Zehen benutzt wurden. Als eines der ersten Völker kannten die Maya die Null, die oft durch das Symbol einer Muschel dargestellt wurde. Die restlichen 19 Zahlen bis zur 20 wurden mit einer Kombination von Strichen und Punkten geschrieben. In ihrem religiösen Kalender (Tzolkin) verzeichneten die Maya 20 „Tagesgötter“ (auch „Träger der Tage“ genannt). Der Tzolkin hat 260 Tage, also trägt jeder Gott 13 Tage (13*20 ergibt 260). Ein Monat hatte 20 Tage (Zwanzigersystem), so dass beim täglichen Wechsel jeder Tag des Monats einem der Götter zugeordnet war.

Maya Kalender: Lange Zählung

Wenn die beiden Kalender der Maya, der religiöse Tzolkin mit 260 und der zivile Haab mit 365 Tagen, miteinander so kombiniert werden, dass sich keine der Kombination wiederholt, ergibt sich daraus ein Zeitraum von 52 Haab-Jahren. Um längere Zeiträume darstellen zu können (z.B. für astronomische Berechnungen) brauchten die Maya einen weiteren Kalender, mit dem auch längere Zeiträume möglich waren. So kam es zu der Langen Zählung (englisch: long count).

Die lange Zählung basiert auf den astronomischen Berechnungen von Sonnenjahren (Haab). Die letzte und aktuelle „Lange Zählung dauert vom 11.08.3114 vor Chr. bis zum 21.12.2012 und umfasst eine Periode von 13 so genannten Baktuns (entspricht 13X144000Tage). Das sind dann 5125 Jahre. Das genaue Enddatum (21.12.12) der aktuellen Langen Zählung ist allerdings rechnerisch und inhaltlich umstritten.

Maya Kalender: Kalenderrunde

Eine Kalenderrunde nennt man die Kombination des Tzolkin mit 260 und des Haab mit 365 Tagen. Diese Kombination ergibt 18.980 Tage, was genau 52 Jahren entspricht. Wenn wir uns die Tage beider Kalender als Zahnräder vorstellen, dann treffen diese erst nach 52 Jahren wieder an ihrem Ausgangspunkt ein. Es gibt auch eine dementsprechende Kalenderrunde im aztekischen Kalender. Was wir überhaupt vom Maya Kalender wissen, stammt aus den erhaltenen Exponaten, zu deren wertvollsten der Dresdener Codex gehört.

Maya Kalender: Dresdner Codex

Dem sehr gut erhaltenen Dresdner Codex verdanken wir viele der Informationen, die wir über den Mayakalender haben. Dazu gehört das tiefe Wissen um Astronomie, Astrologie und das Kalenderwesen.

Der Codex Dresdensis (oder Dresdner Codex) ist eine der vier erhaltenen Handschriften der Maya. Johann Christian Götze, Oberaufseher über die kurfürstliche Bibliothek in Dresden entdeckte ihn 1739 in Wien bei einem Privatmann, der ihn Götze als Geschenk überließ. Der Dresdner Bibliothekar Ernst Wilhelm Förstemann konnte zwischen 1887 und 1897 den Kalenderteil entschlüsseln. Die Handschrift befindet sich in Dresden im Buchmuseum der Sächsischen Landes- und Universitätsbibliothek. Die anderen beiden Codices werden in Paris und Madrid aufbewahrt. Der Dresdener Codex gilt als schönster der Codices. Neben ihnen ist wohl die Sonnenscheibe das bekannteste Fundstück aus dieser Zeit.

Maya Kalender: Sonnenscheibe

Die Sonnenscheibe, auch Sonnenstein oder Stein der Sonne (spanisch Piedra del Sol), irrtümlich aztekischer Kalender-Stein genannt, ist eine große monolithische Skulptur aus dem Bereich des alten Haupttempels von Tenochtitlan (Mexiko-Stadt). Er besteht aus Basalt und misst ungefähr 3,6 Meter im Durchmesser und ist 1,22 Meter dick bei einem Gewicht von 24 Tonnen. Der Stein wurde bei Planierungsarbeiten am 17. Dezember 1790 entdeckt. Im Zentrum steht das Gesicht des Sonnengottes Tonatiuh. Auch die Maya hatten ihre Sonnenscheibe, die aber als verloren oder verschollen gilt. In der Sonnenscheibe offenbart sich das tiefe Wissen um die Zusammenhänge unserer Welt.

Die Maya hatten aufgrund ihrer präzisen astronomischen Beobachtungen eine große Genauigkeit in ihren Kalendern. Um diese zeitlich richtig einordnen zu können, ist es wichtig den Zusammenhang (Thompson Korrelation) zum Gregorianischen Kalender zu beleuchten. Der Maya Kalender offenbart interessante Berechnungen und faszinierende Fundstücke wie die Sonnenscheibe.

Maya Kalender: Thompson Korrelation

Die nach seinem Namen Sir J. Eric S. Thompson benannte Thompson-Korrelation bezeichnet den Beginn der Langen Zählung im Maya Kalender mit dem Datum 0.0.0.0.0. Das damit verbundene Problem reicht tiefer, denn es hat damit zu tun, die Daten der Maya (oder ein spezifisches Datum) in Verbindung (Korrelation) zum gängigen Gregorianischen Kalender zu setzen, was nicht immer eindeutig und einfach ist. Damit sind zeitliche Einordnungen (Thompson Korrelation) der Maya Geschichte nicht direkt und nicht genau möglich.

Maya Kalender: Genauigkeit

In ihren Kalendern, die auf astronomischen Berechnungen beruhen, hatten die Maya eine erstaunliche Genauigkeit erreicht. So soll der Maya-Kalender mit einer Angabe des Jahres mit 365,2420 Tagen genauer sein als der heute zur Anwendung kommende Gregorianische Kalender mit 365,2425 Tagen, denn das tropische Jahr hat eine Länge von 365,2422 Tagen. Damit ist die Differenz zum Maya Kalender geringer als die zum Gregorianischen Kalender. Ähnliches gilt für die Berechnungen der Maya zum Umlauf der Venus um die Sonne, die bis auf 1 Stunde pro Jahr exakt sein soll und für die große Genauigkeit in ihren Berechnungen spricht.

Maya Kalender: Gregorianischer Kalender

Der weltweit angewendete Gregorianische Kalender (nach Papst Gregor XIII) birgt in sich etliche Ungenauigkeiten, was es schwierig macht, Zeitdaten der Vergangenheit richtig zuzuordnen. Es scheint, dass die antiken Maya das Jahr genauer berechnen konnten. Der Gregorianische Kalender entstand Endes des 16. Jahrhunderts und löste den Julianischen Kalender ab.

Mag es auch schwierig sein, die Daten im Maya Kalender mit unseren geschichtlichen Ereignissen (im Gregorianischen Kalender) in Verbindung zu bringen, so ist doch die Wintersonnenwende zum 21. Dezember 2012 in aller Munde.